Die Herbstmühle im Bärental (Weismain)


Die Herbstmühle (früher auch Wunkendorfer Mühle) ist eine ehemalige Getreide-und Ölmühle im Bärental, nordwestlich des Weismainer Ortsteils Wunkendorf an der Krassach. Sie ist ein eigener Ortsteil mit drei Einwohnern (Stand 1. Januar 2013). In einem Nebengebäude der Mühle befindet sich eine Unterkunft der Kulmbacher Bergwachtsektion. Die Mühle beherbergt ein Mühlen- und Technikmuseum. Als geschütztes Baudenkmal wird die Mühle vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege geführt. Wann die Herbstmühle erbaut wurde, ist unklar.

Die erste Erwähnung war 1421–1432 mit Albrecht Herbstmülner in der Hopffenmül bei Niesten. Eine weitere Nennung war 1422 an einer Wies ob der Herbstmul.

Eine erste Beschreibung stammt aus dem Jahr 1801, der erste bekannte Katastereintrag von 1810. Es kann jedoch angenommen werden, dass die Mühle wesentlich älter ist. Der alte Name Wunkendorfer Mühle rührt von der räumlichen Nähe zu dieser Ortschaft her und von dem Umstand, dass in früheren Zeiten die Wunkendorfer täglich zur Mühle hinunterstiegen, um dort Trinkwasser zu schöpfen.

Anfang des 19. Jahrhunderts hatte die Mühle das reale Mahlrecht zum Betrieb von zwei Getreidemahlgängen. Zum Anwesen gehörten damals neben dem Mühl- und Wohngebäude verschiedene Wirtschaftsgebäude, ein Garten, Felder, Wiesen und Wälder sowie die Fischrechte in der Krassach. Um 1830 wurde die Mühle mit einem weiteren Wasserrad, das ein Stampfwerk zur Ölherstellung antrieb, erweitert.

1914 baute der damalige Besitzer der Mühle eine Turbine ein, die die Wasserräder überflüssig werden ließ. Ebenso wurden das alte Antriebssystem und der Mühlenraum durch neue technische Anlagen ersetzt; bis 1916 wurde die Steueranlage turbinengerecht umgebaut. Dadurch ließ sich neben dem Betreiben der Mahlgänge auch Strom für die häusliche Nutzung erzeugen. Die niedrige Spannung eignete sich jedoch nur für Glühbirnen und den Antrieb einzelner mechanischer Geräte.

Spätestens ab dem Zweiten Weltkrieg ließ nur noch die Bevölkerung der Umgebung dort Getreide mahlen, so dass wirtschaftliche Unrentabilität den Müller 1974 zur Aufgabe des Mühlbetriebs zwang. Heute ist die Mühle ein privates Wohnhaus.

(Quelle: Wikipedia)